Die Roßkastanie - Baum des Jahres 2005
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Die Gattung Aesculus (Rosskastanie) umfasst 13 Arten, die in Nordamerika, Süd- Ostasien sowie in Südosteuropa beheimatet sind. Zu ihnen zählen neben unserer bekanntesten Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) auch die nordamerikanischen Arten Gelbe Rosskastanie (Aesculus octandra) und die strauchförmige Pavie (Aesculus pavia), sowie die durch ihre riesigen Blätter besonders eindrucksvolle Japanische Rosskastanie (Aesculus turbinata). Die Gattung Aesculus kam in Mitteleuropa noch bis vor der letzten Eiszeit vor. Erst die letzte Eiszeit verdrängte die Rosskastanie in ihr Rückzugsgebiet nach Südosteuropa. Von dort aus schaffte es die schwerfruchtige Rosskastanie nicht, ähnlich wie die Esskastanie, durch eigene Kraft sich wieder nach Mitteleuropa auszubreiten. Erst der Mensch übernahm diese Rolle und hat die Rosskastanie zum Siegeszug überall auf der nördlichen Welt, wo die Temperaturen nicht unter minus 30°C sinken, verholfen. Die Rosskastanie ist ein sommergrüner bis 25 m hoher Baum mit überhängenden Zweigen. Besonders typisch ist der häufige Drehwuchs der Rosskastanienstämme sowie die großen, dicken, rotbraunen und klebrigen Winterknospen. Das Blatt selbst ist fingerförmig mit 5 bis 7 verkehrt eiförmigen Federn gefiedert. Die Blüten stehen in endständigen, aufrechten, bis 30 cm langen Scheinrispen und erscheinen meist in der ersten Maiwoche. Eine solche "Blütenkerze" enthält bis über 100 Einzelblüten. Aus den Blüten entwickeln sich die Früchte mit den glänzend poliert aussehenden Rosskastanien. Die Kastanien sind reich an Stärke (bis zu 30%). Sie enthalten weiterhin sogenannte Saponine, die man früher einheitlich als Aescin bezeichnete. Diese Rosskastanie-Saponine besitzen abschwellende Wirkung und werden daher speziell für Venenerkrankungen, z.B. in Gels und Cremes, eingesetzt. Durch schlechte Holzeigenschaften und den häufigen Drehwuchs wird eine bessere Nutzungsausbeutung verhindert. Früher wurde Rosskastanienholz noch für Prothesen genutzt. In städtischen Gärten, Anlagen und Parks, stellt die Rosskastanie durch ihre enorme, verschwenderische Blütenfülle Anfang Mai, einen Baum mit hohem Schmuckwert da. Daneben ist die Rosskastanie durch ihre großen Blätter ein vorzüglicher Schattenspender. Dies war der Grund, warum man in Bayern früher begann, auf die Bierkeller Rosskastanien zu pflanzen, um den Boden schattig und kühl zu halten. So hat sich die Kastanie zu dem bedeutensten Biergartenbaum überhaupt entwickelt. Da die Rosskastanie die natürliche Rückwanderung nach Mitteleuropa nicht aus eigener Kraft schaffen konnte, sind auch unsere einheimischen Insekten wenig auf sie angepasst. Daher leidet sie weniger unter Insektenfraß als andere einheimische Bäume, bietet aber zugleich durch diese Insektenarmut auch ein kleineres Nahrungsreservior fur insektenfressende Vogelarten. In neuerer Zeit häufen sich jedoch Meldungen von eingeschleppten Insektenarten, die durchaus bemerkenswerte Beeinträchtigungen der Rosskastenie mit sich ziehen können. Zum einen die erst seit 1993 in Deutschland aufgetretene Rosskastanienminiermotte sowie die Wollige Napfschildlaus. Trotz dieser aufälliger Schäden in Form von Blattfraß sind jedoch noch keine Rosskastanien abgestorben. Die langfristige Entwicklung bleibt jedoch abzuwarten. Die Weibchen der Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) bevorzugen zur Eiablagen den unteren Breich der Kronen, wobei sie pro Fiederblatt bis zu 100 eier ablegen können. Nach dem Sclüpfen bphren sich die Junglarven in das Blatt ein und erzeugen dort die charakteristischen Minen, die zunächst als kleine bräunliche Flecken erscheinen. Die Larve erweitert diese zu langen Platzminen. bei starkem Befall führt dies zu einem vorzeitigem Laubfall bereits Mitte August. Als Wirtspflanze kommt vor allem die weißblühende Rosskastanie in Frage. Es ist vorstellbar, dass bei dauernden Auftreten über Jahre hinweg auch ältere Bäume geschwächt werden. Trotz dieser Probleme mit der Motte sollte auch künftig auf eine Pflanzung der Rosskastanie nicht verzichtet werden. Unsere Städte und Parks sind ohne Rosskastanie nicht mehr denkbar. Derzeit kann man ja auch auf die rotblühende Rosskastanie ausweichen. |
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| Dieser Text ist übernommen aus dem SDW-Informations-Faltblatt zur Waldkiefer. Diese und weitere Informationsmaterialien zu anderen Baumarten können sie über unseren Internet-Shop unter [Info-Material] bestellen. |
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